Cebit-Thema Big Data – Ansätze für Forschungsdaten?

BIG DATA – das diesjährige Motto der Cebit in Hannover ließ vermuten, dass neben dem Thema Hardware, d.h. Systeme, die die zunehmenden Datenmengen speichern, vor allem der kompetente Umgang mit großen Datenmengen im Vordergrund steht.

Im Fokus stehen dabei Dienstleistungen: zur Unterstützung bei der Datenerfassung, Verknüpfung von Daten unterschiedlicher Art und Herkunft, deren Auswertung aber auch Visualisierung, Datensicherheit, also Schutz vor unberechtigtem Zugriff, ebenso wie Datensicherung, im Sinne von Aufheben, wobei die Dauer meist nur darauf ausgelegt ist, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und nicht wie im DFG-Projekt EWIG auf Langzeitspeicherung abzielt.

Neben auf den kommerziellen Bereich ausgerichteten Anwendungen wie z.B. Bankensoftware sind Dienste für den  Verwaltungssektor vertreten, wobei die Rationalisierung von Arbeitsabläufen in erster Linie zur Verschlankung des Personals beitragen soll. Dabei nehmen zunehmend Ämter und Behörden einen großen Teil der Aussteller ein. So werden mit dem am IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) bearbeiteten Projekt goBerlin behördliche und kommerzielle Fachdienste verknüpft. Der Einwohner kann bei einem Umzug sämtliche erforderlichen Schritte durch die Eingabe seiner alten und neuen Adressen erledigen: Terminvereinbarung mit dem Bürgeramt, Ummeldung bei den Energieversorgern, Postnachsendeantrag usw..

Kooperationen gibt es dabei u.a. mit Universitäten, wie der TU Berlin. Stichworte sind hier z.B. „linked data“ zur Datenbereitstellung in einheitlichen Formaten, um Innovationen zu ermöglichen, oder die elektronische Umlaufmappe „e-Umlauf“, die dem Einstieg in die elektronische, papierlose Verwaltung und der Prozessoptimierung dient.

Forschungsverbünde und Großforschungseinrichtungen  beteiligen sich auch an Schulungsprogrammen, wie in der Fraunhofer-Allianz Big Data, während Bund, Länder und Kommunen eher an dem Aufbau von Infrastrukturen arbeiten. Die Zusammenführung von Geodaten ist eine solche Aufgabe der Initiative Geoportal.de, die Bereitstellung solcher Daten mit Metadaten ebenso wie die Archivierung bleibt meist in der Verantwortung der die Daten erhebenden Institution. Wenige Initiativen bieten aber auch die vereinte Speicherung von Inhaltsdaten und Metainformationen in Hochsicherheitszentren an, wie z.B. der Infrastrukturdienst Langzeitspeicherung des Landesbetriebs IT.Niedersachsen. Dieser kostenpflichtige Dienst deckt die Archivierung im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen ab, die für Forschungsdaten noch nicht festgelegt sind und eventuell auch gar nicht festlegbar sein sollten.

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