Erste Phase von EWIG abgeschlossen – zweite Phase gestartet…

Die erste Projektphase von EWIG ist abgeschlossen, gleichzeitig sind die Planungen für die nächsten beiden Projektjahre »in der Pipeline« – die Projektförderung durch die DFG wurde gerade um zwei Jahre verlängert.

Neben der Vorbereitung institutioneller Policies auf Basis der Workflows bei den geowissenschaftlichen Projektpartnern stand im ersten Jahr auf Seiten des ZIB/KOBV vor allem die Identifizierung von Problemen beim Ingest und die Vernetzung mit Anwendern und Datenproduzenten im Vordergrund. Um einen Überblick zu den aktuellen Lücken und Problemen in den Workflows zu bekommen, haben wir 2011 und 2012 insgesamt 18 Expertengespräche geführt; weitere sollen während der zweiten Projektphase folgen.

Wesentliche Erkenntnisse aus den Expertengesprächen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Die schrittweise Vorverlagerung des Ingest hin zum Datenproduzenten etabliert sich unter der Bezeichnung Pre-Ingest oder Pre-Pre-Ingest zunehmend. Die Pre-Ingestprozesse gewinnen unter dem Aspekt der Qualitätssicherung an Bedeutung.
  • Langzeitarchivierung von Forschungsdaten ist in bestimmten Bereichen sehr fortgeschritten gelöst (z.B. Klimaforschung), befindet sich ansonsten aber weiterhin in einer experimentellen Phase mit sehr unterschiedlichen Workflows.
  • Es gibt überdisziplinär eine ausgeprägte Heterogenität der Anforderungen bei der Metadatenbeschreibung, bei der technischen und inhaltlichen Konsistenz, den Datenformaten, den Fachstandards beim Zugriff auf Forschungsdaten sowie bei den unterschiedlichen Niveaus der Datenkuratierung.
  • Die definitorische Trennung von Repositorien/Datenspeichern und Langzeitarchiven ist unscharf. Generell besteht weiter Klärungsbedarf in Terminologiefragen.

Neben neuen Expertengesprächen werden wir im EWIG-Team nun direkt Hand an die Daten legen und versuchen, die technische Qualitätssicherung beim Einspielen von Forschungsdaten zu verbessern bzw. überhaupt erst aufzubauen. Starten wollen wir mit Testdaten vom GFZ und Institut für Meteorologie. Parallel wird an Datenpolicies für die geowissenschaftlichen Projektpartner gearbeitet, mit denen institutionelle Rahmenbedingungen abgesteckt werden.

Nicht zuletzt sehen wir als wesentliche Aufgabe in der zweiten Phase die Weitergabe unserer Erfahrungen und neuen Erkenntnisse an Studierende und Doktoranden. Ein erster Schritt dazu ist die Integration eines »Datenmanagement-Moduls« in die universitäre Ausbildung an der FU Berlin.

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