Experten-Workshop zu Forschungsdaten-Infrastrukturen

Wandel im Umgang mit Forschungsdaten – Wissenschaftler diskutieren am GFZ

Der Aufwand für die Gewinnung von Daten in so unterschiedlichen Disziplinen wie Geowissenschaften, Soziologie, Medizin, oder Astrophysik liegt allein in Deutschland in der Größenordnung von mehreren Milliarden Euro. Viele dieser Datensätze sind einmalig und in der Erfassung nicht wiederholbar. Dabei handelt es sich sowohl um große Datenmengen, wie sie zum Beispiel in der Fernerkundung durch Satellitenaufnahmen entstehen, als auch um eher kleine Datensätze wie sie zum Beispiel in Laborexperimenten entstehen.

Wissenschaftler und Institutionen stehen vor einer großen Herausforderung, die Vielfalt dieser Daten systematisch zu erfassen, zu speichern und für eine weitere Nutzung vorzubereiten. Für diese Aufgaben müssen neue Infrastrukturen aufgebaut, sowie auch organisatorische Lösungen für den Umgang mit Daten in der Forschung gefunden werden. Eine noch offene Frage ist, welche dieser Dienste sinnvoll zentral von disziplinübergreifenden Infrastrukturen angeboten werden können, und welche Dienste besser lokal aufgebaut werden.

Am 17. April diskutierten 80 Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen und Forschungseinrichtungen im Rahmen eines Workshops am GFZ, wie dieser Herausforderung begegnet werden kann. Der Workshop “Elemente einer übergreifenden Forschungsdaten-Infrastruktur: Eine für Alle?” behandelte Handlungsstrategien und Anreize, die Einbindung der Datenzyklen in den Forschungsprozess, generische vs. disziplin-spezifische Dienste, sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Auslagerung und Zentralisierung von Diensten. Das Thema wird fachübergreifend als zukunftsweisend empfunden. Das Interesse war derart groß, dass nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten.

Die Wissenschaftler kamen überein, dass die Frage des zentralen oder dezentralen Angebots von Diensten stark von Volumen der Daten bestimmt wird. Große, relativ homogene Datenräume der „Big Data“ seien in zentralen Infrastrukturen besser zu bearbeiten, während die relativ kleinen, heterogenen Datenobjekte der „Smart Data“ in lokalen Infrastrukturen besser bearbeitet werden könnten.

In der Diskussion wurde deutlich, dass auch ein kultureller Wandel in der Bewertung eines systematischeren Umgangs mit Forschungsdaten nötig ist und nachhaltige, nutzerfreundliche Anwendungen entwickelt werden müssen, welche sich in die wissenschaftlichen Arbeitsabläufe einfügen.

Der Workshop zu Forschungsdaten wurde organisiert vom DFG-Projekt Radieschen “Rahmenbedingungen einer disziplinübergreifenden Forschungsdateninfrastruktur”. Das DFG-Projekt wird koordiniert von Dr. Jens Klump, GFZ-CeGIT. Mehr Information erhalten Sie via www.forschungsdaten.org.

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