Planungshilfe für das Forschungsdatenmanagement an Hochschulen – »Research Data Management Strategy and Strategic Plan« der Monash University veröffentlicht

Die ins Sachen Forschungsdatenmanagement sehr umtriebige¹ Monash University in Australien hat den – nach eigenen Angaben – weltweit vielleicht ersten umfassenden, strategisch ausgerichteten Plan für ein hochschulweites Forschungsdatenmanagement ausgearbeitet:

Research Data Management Strategy and Strategic Plan 2012-2015

Seit mehr als fünf Jahren hat die Monash University erheblich investiert in die Entwicklung von »policy frameworks, technical solutions, training programs and advisory services«, so dass Forscher und graduierte Studenten der Universität beim Umgang mit ihren Forschungsergebnissen umfassend betreut werden können. Ein wichtiger Partner war und ist dabei der Australian National Data Service ANDS. Als Meilensteine der Entwicklung seit 2006 nennen die Projektverantwortlichen:

  • the establishment of governance structures that provide leadership and coordination
  • development and approval of a research data management policy and associated procedures
  • the creation of ongoing and project-based advisory and technical roles dedicated to research data management, and inclusion of data management responsibilities in a wide range of other roles (e.g. subject librarians)
  • active programs of professional development that have increased the knowledge and skills of researchers (including higher degree by research students) and professional staff
  • establishment of a multi-petabyte research data store, available to all Monash researchers
  • deployment and development of a range of discipline-specific and versatile solutions for the management of research data and associated metadata and documentation.

Der strategische Plan soll für die kommenden Jahre bis 2015 einen Rahmen für den weiteren Ausbau der Services stecken. Als nächstes steht die Optimierung der Mechanismen zur Weiterverbreitung und Wiederverwendung von Forschungsdaten auf dem Plan. Eine Aufgabe für sämtliche Institutionen weltweit, die ihre Daten besser genutzt sehen wollen.

Die Universitätsbibliothek hat die wichtige Aufgabe, das Programm zur Weiterbildung und Fortbildung von Wissenschaftlern im Bereich Forschungsdatenmanagement an der Monash University weiterzuentwickeln. Dieser Teil der strategischen Entwiclung wird auch in der zweiten Phase des EWIG-Projekts eine wesentliche Rolle spielen: Wir wollen dazu beitragen, die Vermittlung von Know-how zum Forschungsdatenmanagement schon früh in der universitären Lehre in Deutschland zu verankern – zunächst mit der Konzeption einer Lehrveranstaltung in den Geowissenschaften. Insofern lohnt sich ein Seitenblick auf die weiteren Entwicklungen in Australien.

¹siehe z.B. der häufig zitierte Bericht von Andrew Treloar und Cathrine Harboe-Ree, zwei Mitarbeitern der Universität, mit der Definition des curation continuum:

Treloar, A. & Harboe-Ree, C., 2008. Data management and the curation continuum. How the Monash experience is informing repository relationships. VALA2008 14th Biennial Conference. Melbourne, Australien 5.-7. Feb. 2008. Online:
http://www.valaconf.org.au/vala2008/papers2008/111_Treloar_Final.pdf

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